Hochwasserschutz

Der regulierte Rhein hat mit seinen beiden Vorländern (Überflutungsflächen) ein Wasserführungsvermögen von 3100 m³/s. Dieser Abfluss tritt bei einem 100-jährlichen Hochwasserereignis auf. Es sind aber grössere Abflüsse nicht auszuschliessen. Auch können an den bestehenden Dämmen Schadstellen auftreten. Es wurde daher eine Einsatzorganisation für den Hochwasserfall, die Internationale Wasserwehr Alpenrhein (IWWA) eingerichtet.

 

Der Hochwasseralarm für das Rheintal wird durch das Bundesamt für Umwelt, Bern, und die Pegelstation in Domat-Ems unterhalb des Zusammenflusses von Vorder- und Hinterrhein sowie der Station in Diepoldsau ausgelöst. Die Meldung gehen automatisiert an die Kantonale Notrufzentrale St. Gallen und die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle Feldkirch. Von dort werden die Rheinbauleiter, alle Rheingemeinden und Ämter sowie das Fürstentum Liechtenstein alarmiert.

 

Der Kontrolle des Hochwasserverlaufs dienen auch die Pegelstationen von Bangs, Oberriet und Lustenau. Ferner werden während eines Ereignisses auch die Zuflüsse Plessur, Landquart, Binnenkanal FL, Werdenberger Binnenkanal und Ill beobachtet.

 

Die beiden Rheinbauleitungen auf der Internationalen Strecke (Illmündung bis Bodensee) richten nach einer Alarmmeldung (Voralarm oder Katastrophenalarm) einen Bereitschaftsdienst in Widnau (SG) und Lustenau (Vlbg) ein und beginnen mit der Beobachtung des Geschehens durch Abfragen der verschiedenen Messstationen am Rhein und im Einzugsgebiet sowie durch Kontrolle der Wuhrbauten entlang des Rheins.

 

Der Katastrophen-Wasseralarm wird ausgelöst, wenn der Pegelstand entweder bei Domat-Ems eine Abflussmenge von rund 1800 m³ pro Sekunde oder bei der Station in Diepoldsau von rund 2400 m³ pro Sekunde erreicht. 

 

Die wichtigste Aufgabe der Wasserwehren ist das Überwachen des Rheindamms, des luftseitig angrenzenden ebenen Geländes und der besonders gefährdeten Stellen. Der Damm muss daher während eines Hochwasserereignisses durch patrouillierende Beobachter sowohl auf der Wasserseite (zum Vorland hin) wie auch landseitig (oder luftseitig) überwacht werden. Auf der Wasserseite können vor allem Nachrutschungen des Blockwurfes am Dammfuss eintreten und zu Einbrüchen im Bereich der Pflästerung führen bis zum Abgleiten der Dammböschung. Landseitig ist das Augenmerk auf Dammüberströmungen, Durchsickerungen am Dammfuss und aus der Dammböschung, auf Aufstösse im anschliessenden ebenen Gelände, auf Setzungen, Rutschungen und Ausbrüche am Damm zu richten.

 

Durch die IWWA werden periodisch Probealarme sowie Wasserwehrübungen durchgeführt. 

 

Die Rheinbauleitungen unterhalten für den Hochwasserschutz Depots mit Sandsäcken, Kies und Wasserbausteinen. Zusätzlich werden sie durch die Gemeinden und private Firmen mit Hilfsmitteln (Geräte usw.) unterstützt.