Fussacher und Diepoldsauer Durchstich

Mit den beiden Durchstichen wurde der Rheinlauf von der Illmündung bis zum Bodensee um ca. 10 km verkürzt (von 35 km auf 25 km) sowie die Rheinmündung in die Harder Bucht verlegt. Die ehemaligen Flussläufe des Rheins um Diepoldsau herum und von Höchst / St. Margrethen bis zum Bodensee wurden vom Rhein komplett abgetrennt.

 

Der Fussacher Durchstich weist eine Länge von 5 km auf und begradigt den Rhein an seiner Mündung in den Bodensee (Verkürzung der Rheinstrecke: 7 km). Mit den Arbeiten des Durchstichs wurde 1895 begonnen, bereits 1900 mündete der Rhein bei Fussach in den See. Für den Bau der Dämme und Wuhre waren fast 60‘000 m³ Kiesmaterial erforderlich. Die Mauer- und Vorgrundsteine sowie das übrige Steinmaterial, das aus dem Steinbruch Unterklien bei Hohenems bezogen wurde, sind dabei noch nicht eingerechnet. Die Kosten des Fussacher Durchstichs beliefen sich auf knapp 9 Mio. Franken.

 

Der 6 km lange Diepoldsauer oder Obere Durchstich schneidet die Hohenemser Kurve ab und verkürzt den Rhein um weitere 3 km. Der Durchstich wurde im Winter 1922/23 nach 14-jähriger Bauzeit fertiggestellt. Zwischenzeitlich wurden die Arbeiten durch den Ersten Weltkrieg verzögert. Der finanzielle Aufwand betrug 17,8 Mio. Franken.

 

Die Rheinstrecken zwischen den beiden Durchstichen und oberhalb des Diepoldsauer Durchstichs (die sogenannten Zwischenstrecke und Obere Strecke) wurden schliesslich normalisiert, d.h. das Mittelgerinne auf eine einheitliche Breite und Querprofiltyp gebaut.

 

Bis zur Fertigstellung aller im Staatsvertrag von 1892 festgelegten Regulierungsbaumassnahmen betrug der tatsächliche Kostenaufwand 37,6 Mio. Franken.