Ausbau Vorstreckung

Zur Vermeidung der Verlandung der Bregenzer, der Harder sowie Fussacher Buchten wurde im zweiten Staatsvertrag auf einem kurzen Teilstück und im dritten Staatsvertrag von km 90.00 bis km 94.55 der Bau der Vorstreckung beschlossen. Damit sollten die Schwebstoffe in die tieferen Bereiche des Bodensees transportiert werden.

 

Die Vorstreckung beginnt bei km 90.00 (Mündung des Rheins in den Bodensee). Hier wechselt das Sohlgefälle von ca. 1 0/00 in der Flussstrecke auf 0,27 0/00 in der Vorstreckung. Infolge dieses Gefällewechsels und der Geometrieänderung lagert sich das im Rhein transportierte Geschiebe ab km 90.00 ab. Es gilt daher, die Sohlenlage von 393.63 m ü.M. bei km 90.00 gemäss Staatsvertrag zu erhalten. Mit den Bauarbeiten wurde anfangs der 1980er-Jahre begonnen.

Die Seegrundvermessungen (1911, 1979, 1989, 1999 und 2008) zeigen, dass durch die Vorstreckung die beabsichtigte Konzentration der Ablagerungen im Bereich der Rheinmündung erreicht wurde und somit eine weitere Verlandung der Harder und Fussacher Bucht bzw. der gesamten östlichen Bregenzer Bucht vor einer vollständigen Verlandung bis auf Weiteres vermieden werden kann.

Prognoserechnung für die Sohlentwicklung

1984 erhielt die Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie der ETH Zürich (VAW) den Auftrag, die zu erwartende Sohlentwicklung im Vorstreckungskanal nach Projekt 1972 mit Änderung 1979 zu untersuchen. Die Untersuchung zeigt, dass das Ziel der baulichen Massnahmen, das Rheinwasser und die Schwebstoffe in die grossen Seetiefen zu leiten, erreicht wird.